Eine Fotoreise in die Toskana

 
Anfang Mai 2013 machten sich sechs Fotografen unseres Teams zu einer Reise in die Toskana auf. Es war ein Fotoworkshop unter der Leitung von Wilfried Nowicki, der uns in die Crete Senesi führte. Die Crete Sinesi (wörtlich: die Tonminerale von Siena) liegt südlich von Siena und ist eine durch Erorion geprägte Landschaft.
Angeblich soll es eine der trockensten Gegenden Italiens sein, mit nur 600 mm Niederschlag im Jahr. Davon haben wir nichts gemerkt, wir müssen in den 7 Tagen unserer Reise wohl mindestens die Hälfte davon abbekommen haben. Also schön im herkömmlichen Sinne war das Wetter wirklich nicht immer, aber zum Fotografieren war es ideal!
Ganz außergewöhnlich gute Bedingungen gab es am 6. Mai. Tags zuvor hatte der Himmel sämtliche Schleusen geöffnet. Es folgte eine sternenklare, kalte Nacht und was wir dann am anderen Morgen bei Sonnenaufgang um halb sechs erlebten, das war auch Wilfried noch nicht vorgekommen, der diese Fotoreisen schon seit Jahren durchführt.
Eine unglaubliche Nebellandschaft breitete sich vor unseren Augen aus. Das Kloster Monte Oliveto Maggiore stieg aus dem Nebel auf, wie Draculas Schloss, um nur wenige Minuten später wieder darin zu versinken. Es waren Augenblicke zwischen Realität und Traumwelt jenseits unserer Erwartungen.
 
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Wir waren fasziniert, wollten das Schauspiel nicht aus den Augen verlieren, achteten nicht mehr auf den Weg, stolperten über  den mit Wasser gesättigten rutschigen Lehmboden. Ja, die Crete Sinesi, der Ton der Siena, haftete noch lange danach an unseren Schuhen.
Bald darauf zerfielen diese Bilder wieder im wabernden Nebel, so, als seien sie nur eine Projektion unserer Fantasie gewesen.
Endlich aber stieg die Sonne über die Hügel und das frühe Tageslicht zeichnete Konturen in die wellige Landschaft, die durch Verwitterung des Tons entstanden ist und an den Südhängen der Crete schmale Furchen gebildet hat, oft ohne jede Vegetation, manchmal bildeten sich auch weiße, nur wenige Meter hohe Hügel. Dem Wechselspiel von Licht und Schatten, von Linien und Flächen konnten wir stundenlang folgen.
Natürlich haben wir auch die Ortschaften kennen gelernt:  Asciano, Buonconvento, Volterra, Pienza, Colle Val d`Elsa und San Giovanni d’Asso, und nicht zu vergessen die Provinzhauptstadt Siena mit ihrem bekannten Platz, der Piazza del Campo, auf dem jedes Jahr das berühmte Pferderennen ausgetragen wird.
    
Wir haben Wilfried sehr viel zu verdanken, er hat uns die schönsten Fotopunkte der Toskana gezeigt, die wir ohne ihn sicher nicht gefunden hätten und seiner Frau Gerda, die uns jeden Morgen und jeden Abend das Essen zubereitete, eine kulinarische und organisatorische Meisterleistung, die uns wie ein Wunder erschien.

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Ein Bericht von Horst Schütze